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Mit Anthrax / Eisbrecher / Cradle Of Filth und vielen mehr ...
1. – 3. 08.2019

 


Künstler: PILEDRIVER
Genre: Musik
Fotokredit: Milek Sommerhoff
Beantwortet von Piledriver
Ausgabe November 2016

 

 

Begonnen hat die PILEDRIVER-Geschichte schon vor langer Zeit…nämlich Ende 1994. „Mein Freund Peter Wagner, der in der Band die Leadguitar spielt, und ich sind mit den SQ der 1970er Jahre aufgewachsen; diese und Bands wie AC/DC, UFO, SSORPIONS, ACCEPT, DOKKEN usw. haben uns geprägt. In den 1980ern haben wir dann zunächst in unterschiedlichen Metal-Bands mehr oder minder erfolgreich eigenes Songmaterial gespielt. Kurz: Es reichte jedenfalls nicht, um eine dauerhaft tragfähige wirtschaftliche Existenz auf diesen "Meriten" zu begründen. Also habe ich mich von der Illusion der "Profi-Karriere" verabschiedet und mich beeilt, mein Studium erfolgreich abzuschließen. Aber so ganz loslassen konnten dann weder Peter noch ich…“

„Meinen Entschluss, das aktive Musikerdasein zu beenden, wollte Peter nicht gelten lassen und ließ nicht locker; er meinte, wir sollten in Zukunft einfach nur noch das spielen, was uns den meisten Spaß bereitet und was wir wohl auch am besten können – Songs unserer Helden aus den 70ern. Egal, ob andere Leute das mögen, kaufen oder wir damit Geld verdienen können.“

„Schließlich willigte ich ein; von Anfang an war aber klar, dass wir Quo nicht irgendwie nachspielen würden, sondern 1:1. Das heißt, dass es nicht nur musikalisch, sondern auch hinsichtlich der Bühnenshow stimmen musste. Das Aussehen bzw. die Ähnlichkeit mit Rossi und Parfitt kam uns dabei natürlich ganz gut zupass.“

 

 

Die Ende 1994 beginnende Suche nach einem geeigneten Bassisten und Drummer gestaltete sich erwartungsgemäß schwierig und langwierig, da die Leute, die sich meldeten, die notwendigen "handwerklichen" Voraussetzungen für eine dem Original nahe kommende Reproduktion der Quo-Songs unterschätzten und ihre eigenen musikalischen Fähigkeiten überschätzten. Sie waren gar nicht in der Lage, die Song-Arrangements und die in der Summe wichtigen musikalischen Details aus den Aufnahmen herauszuhören und kamen deshalb nicht in Frage.

„Dann begegneten wir noch der Sorte von "Künstlern", die sich für eine "Quo-Band" zu schade waren, weil die Songs ihre musikalischen Ansprüche nicht befriedigten. Generell trafen und treffen wir noch heute auf das Vorurteil, für eine Tätigkeit in einer Quo-Tribute-Band reiche die Kenntnis dreier Akkorde aus. Setzt man sich wirklich mit der Musik von Quo auseinander, erkennt man sehr schnell, dass diese Einschätzung sehr weit von der Realität entfernt ist. Mitte 1995 hatten wir das erste PD-Line-up beisammen, produzierten erste Demos und spielten Gigs auf Biker-Treffen und Stadtfesten.“

 

PILEDRIVER sind eine feste Größe als STATUS QUO Tribute Band und bespielen seit über 20 Jahren klassische Rock-Festivals in ganz Europa und haben eine Mission!  „In der Tat glaubten wir bei Gründung von PILEDRIVER, eine "Mission" erfüllen zu müssen – wir wollten ja nicht, dass der Sound jener Band, die uns an die Gitarren gebracht hat, unterging – er sollte fortbestehen und wir wollten ihn nach unseren Vorstellungen fortentwickeln.“


„So stellten wir uns die Frage: was tun, wenn man ein – nach unserem Verständnis – richtiges neues Quo-Album haben möchte und die Originale kein solches produzieren können oder wollen? Richtig, schreibe und produziere es selbst! Das war die Grundidee für die Band. Wir fragten uns also, was uns denn an den "guten" Quo-Alben (wie On the level, Blue for you, Whatever you want) so begeistert hatte und welcher Ingredienzen es bedurfte. Die Fragen waren relativ schnell beantwortet: Kurze, knappe Songs mit einer guten Dosis Blues, melodisch von hohem Wiedererkennungswert, kompakte Gitarrensoli, gute, eingängige, aber nicht zu banale Refrains, last not least die unvergleichliche Rhythmusmaschine, die den unabdingbaren "Drive" besorgt. Auf der letzten CD "PILES OF ROCK", die wir in 2004 veröffentlicht haben, klangen wir nach meinem Verständnis in der Tat noch sehr nach den alten Quo; wir haben uns bemüht, in diesem Stil zu schreiben. Bei dem aktuellen Album "BROTHERS IN BOOGIE" war das nicht mehr der Fall. Ich habe nicht mehr versucht, so zu schreiben wie jemand anderes, sondern habe mich bemüht, meine eigene "Farbe" ins Spiel zu bringen. Zusammen mit meinem Freund Peter Wagner, dessen Gitarrenspiel eher von Randy Rhoads, George Lynch und Co. beeinflusst ist, habe ich dann für "BIB" Songs geschrieben und einen Sound kreiert, der sicherlich nicht mehr direkt mit SQ in Verbindung gebracht wird (man höre "Natural Born Rockers" oder "Last Words"), sondern – jedenfalls nach unserer Überzeugung – eigenständig bzw. emanzipiert klingt. Ohne Frage hat aber auch unser Produzent Stefan Kaufmann einen wesentlichen Anteil daran, dass wir mit BIB eine CD aufgenommen haben, mit der wir voll und ganz zufrieden und glücklich sind.“
„Und somit verstehen wir uns heute auch nicht mehr als SQ-Tribute-Band; zwar kann man uns noch als solche buchen, letztlich wollen wir mit BIB aber in die "Eigenständigkeit" wechseln - schon aufgrund des fortgeschrittenen Alters…"

 


Jetzt steht das neue Album an. Mit Ausnahme von 2 Songs stammt alles aus der PILEDRIVER - Feder.
„Wir haben uns 2 Quo-Tracks herausgesucht, welche die "QUO-DNA" aufweisen und die nach unserem Eindruck zu Unrecht ein wenig in Vergessenheit geraten sind; jedenfalls kennt die "Masse" die beiden Songs nicht. "Don´t think it matters" und "Drifting away" stammen vom 1974er Album "QUO", also aus einer Zeit, da der Sound (zum Besten) der Band noch klar von Alan Lancaster, dem Original-Quo-Bassisten, geprägt wurde. Er hat die Titel geschrieben und auch die Lead Vocals gesungen. Als Alan SQ verließ, verlor die Band ihren "plot". Für seine Verdienste wollten wir ihm eine "Hommage" zukommen lassen, und daher haben wir besagte Tracks nicht nur einfach als "Coverversionen" aufgenommen, sondern bearbeitet und erweitert. Vor "Don´t think it matters" findet sich somit eine Art "Intro", ein knapp 2-minütiger Track, den ich geschrieben und mit "Frantic Groove" betitelt habe (die Original-SQ sind in UK auch unter dem Nickname "Frantic Four" bekannt).“

 

 

 

 

 

Die Band hat das Ruhrgebiet auch seit Jahren vernachlässigt, denn bekanntlich gilt ja auch der "Prophet" im eigenen Lande nichts…
„Ende der 1990er Jahre haben wir schon einige Male in NRW gespielt (mehrfach auch in der Zeche Bochum). Die Niederlande waren aber für uns eindeutig "ein besseres Pflaster"; über den holländischen Quo-Fanclub konnten wir dort Fuß fassen und haben dann über Jahre alle großen Festivals (wie De Veenhoop, Zwarte Cross, Dickie Woodstock usw.) gespielt. Im Mai 2016 hatten wir übrigens die Ehre, auf der schottischen SQ-Convention in Glasgow zu spielen. Dort kennen uns offenbar mehr Leute als in unseren Heimatstädten in NRW. Aber am heimischen Bekanntheitsgrad arbeiten wir gerade… Am 03.10.2015 haben wir nach 15 Jahren wieder einmal in der Stadthalle Wattenscheid gespielt und die Gelegenheit genutzt, die Show für eine BluRay/DVD zu filmen. Veröffentlichung voraussichtlich im Winter/Frühjahr 2017.“

 

Das neue Album hat etwas von einem Konzeptalbum, und es ist auch ein wenig politisch. „Darin unterscheiden wir uns deutlich von den "großen Brüdern", deren Lyrics eher – sagen wir einmal - "gesinnungsneutral" ausfielen. Es geschieht in dieser Zeit so viel, was die Zukunft wahrscheinlich nachhaltig verändern wird; es "predigen" so viele Menschen, die teilweise hochrangige politische Ämter bekleiden, Hass und Intoleranz, dass man hier "Farbe" bekennen sollte – auch als Musiker. Wir leben dankenswerterweise in einem Staat, in dem wir uns frei äußern können – dann sollten wir dies auch tun und für die Bewahrung von Humanität, Demokratie, Meinungs- und Versammlungsfreiheit eintreten!“


„Konkret gibt es 2 große Themen, mit denen sich die Songtexte beschäftigen: Das ist zum einen die Flüchtlingspolitik bzw. der Umgang mit Flüchtlingen (siehe "Natural Born Rockers" oder "Fat Rat Boogie", der sich mit den Bootsflüchtlingen und dem daraus resultierenden Geschäft der Schlepper beschäftigt), das ist zum anderen die Religion, welche ich als Ursache für das meiste Elend dieser Welt ansehe. Ich meine jegliche und nicht nur eine bestimmte Glaubensrichtung. Der Glaube ist immer dort stark, wo Bildung schwach ist. Denn wer etwas weiß, braucht nicht zu glauben. Jede Religion basiert auf einem einfachen Prinzip: Verbiete den Menschen, was ihnen Spaß macht, und vergib ihnen dann ihre vermeintlichen Sünden gegen Entgelt. Glaube bzw. Kirche ist ein Geschäftsmodell zu Lasten schwacher und labiler Menschen, das in unsere halbwegs aufgeklärte Zeit nicht mehr passt. Ich habe allerdings keine Hoffnung, dass sich die Dinge ändern – im Gegenteil.“

 

 





Mit der Produktion des Albums hat sich die Band eine Menge Zeit gelassen. „Peter hat sich in seinem Haus ein kleines Studio eingerichtet, und in diesem haben wir Alles und ohne Termindruck vorproduziert. Begonnen haben wir im Frühjahr 2013, im Mai 2015 sind wir ins Studio von unserem Produzenten Stefan (ACCEPT) Kaufmann übergesiedelt und haben von vorn angefangen. Im Herbst letzten Jahres war Alles "im Kasten". Stefan verfügt über ein großes musikalisches Talent, hat ein sehr feines Ohr und ist ein Perfektionist; man merkt, dass er viele Jahre mit Dieter Dierks gearbeitet hat. Im Hauptberuf bin ich ja Steuerberater, und deshalb halte ich ebenfalls sehr viel von Präzision, Genauigkeit und Disziplin. Insofern war die Arbeit bisweilen anstrengend, aber "no pain no gain"… Ich bin davon überzeugt, dass wir mit dem neuen Album einen "Quantensprung" geschafft haben, den wir ohne Stefan so nicht hinbekommen hätten.“


In der 20 Jährigen Laufbahn gibt es auch Stücke, die es nie auf ein Album geschafft haben, aber trotzdem das Potential haben, es auf eines der kommenden Alben zu schaffen. „Ja, und zwar gibt es so viele, dass das für Herbst 2017 geplante nächste Album damit gefüllt werden kann. Wir haben seit der Fertigstellung von "BIB" einige neue Tracks verfasst. Alles in allem haben wir etwa 20 Titel, mit deren Produktion wir ca. Weihnachten 2016 anfangen werden. Musikalisch werden wir uns weiter "verselbständigen", will sagen, es wird eher nach Songs wie "ROCK IN A CROSSFIRE HURRICANE", "NATURAL BORN ROCKERS", oder "LAST WORDS" klingen denn nach "Rockin´ all over the world"...“

 

„Meinen herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit und das Interesse!“

 

 

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