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Wave Gotik Treffen 

Mai 2016

Ausgabe: Juni 2016

Geschrieben und erlebt: Friedhelm Zurawski

Fotos: Friedhelm Zurawski

 

 

 

Das mittlerweile 25. WGT ist Geschichte, aber nicht für mich. Eine Flut von Bildern und Momenten sausen noch durch meinen Kopf. Es waren einfach Zuviel Veranstaltungen, um sie alle hier zu erwähnen. Aber ich will doch einen kleinen Überblick über meine Tage in Leipzig geben. 

 

Eine witzige Idee führte zum Chaos.

 

Die Idee, das Jubiläums WGT im Belantis, einem Vergnügungspark vor den Toren Leipzigs, beginnen zu lassen, fand in vielen WGT Foren nicht wirklich begeisterten Zuspruch. Manche meinten, so etwas würde nicht passen, es wäre albern oder wie auch immer nicht geeignet für das WGT.

 

 

Doch ich bin der Ansicht, dass die Kritiker sich täuschten. 10000 Besucher am Donnerstagabend im Belantis sprechen doch wohl eine eigene Sprache. Das Konzept war sicherlich ungewöhnlich, aber es hat funktioniert. Glück hatten die, die sich früh in das Belantis aufgemacht hatten. Der Shuttlebusverkehr funktionierte am Anfang recht gut. Die Abfahrt am Agra-Gelände lief zügig ab. Später jedoch gelangte der Shuttledienst an seine Grenzen, bis hin zum Punkt, an dem keine Fahrgäste mehr ins Belantis gelangten. Die Veranstalter haben offensichtlich nicht gedacht, dass doch so viele schwarze Leute einen Besuch in einem Vergnügungspark machen würden. 

 

 

Der Höhepunkt des Abends war wohl das Feuerwerk, mit seinen circa acht Minuten war es einfach toll.

 

Am Freitag fingen dann die Probleme an, also nicht wirklich Probleme, nur das man halt nicht überall zu gleich sein kann. Dies ist das eigentliche Problem eines WGTler, denke ich. Also entschied ich mich, die Gruppe Faun als Tageshöhepunkt zu setzen. Ich besuchte im Laufe des Tages erstmal das Pressebüro um meinen Akkretitierung als Fotograf zu bekommen, und das zog sich. Zum einen hatte ich so etwas zuvor noch nicht gemacht, zum anderen war dort der Teufel los. Der arme Cornelius Brach. Ein zweifellos sehr gefragter Mann. Zu dem Zeitpunkt, als ich dort war, waren drei TV Team, zwei Journalisten neben mir anwesend. Gleichzeitig holten sich die Fotografen und Journalisten, die sich im Vorfeld um die Akkreditierung gekümmert, hatten ihre Ausweise ab. Nach gut 1,5 Stunden und einem Gespräch mit Cornelius war ich auch stolzer Besitzer einer Foto-Erlaubnis für das 25te WGT.

 

Ich traf Freunde und Bekannte auf dem Zeltplatz, quatschte ein wenig rum und verlor wie so oft die Zeit aus den Augen. Dann war es Zeit zu Faun zu gehen. Eine solche Band gehört nicht in die Agra Halle sondern in das Heidnische Dorf. Es war keine wirklich schöne Atmosphäre in dieser grossen Halle, auch wenn sich Faun alle Mühe gab dies zu ändern. Der Auftritt an sich war gut. Viele Leute nutzten die freien Flächen neben der Bühne um zu tanzen.

Der Samstag begann damit, dass es empfindlich kälter geworden war. Also Sommersachen wegpacken und die Winterklamotten raus. In der Nacht zum Sonntag hatten wir um die 3 bis 5 Grad Celsius.

 

 

Doch was kratzt den WGTler das Wetter. Es gibt ja genug Indoorveranstaltungen. Für mich bedeutete das, dass der Samstag ganz den Benecke’s gehörte. Zuerst besuchte ich den einzigen wirklich Pflichttermin für mich, nämlich Dr. Marc Benecke. Das Wortmaschinengewehr der deutschen Forensik schlug wieder mit seinem Votrag jeden in seinen Bann. Diesmal war es allerdings ein wenig anders als die Jahre zuvor. Marc trug eine Zusammenfassung mehrer Themen vor. Was bei seine Redegeschwindigkeit und der großen Anzahl an Bildern trotzdem sehr interessant und informativ war.

Dann eine schönes Essen in der Stadt und zurück zum Haus Leipzig diesmal zu Lydia Benecke. Mein erstes Mal. Ich muss sagen schön wars, ach was, toll war es. Lydia Benecke’s Vortrag zum Thema Hexenverfolgung und Satanismus enthielt viele aktuelle Beispiele dafür wie die Gothic Szene durch die Medien in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird.

 

Alleine auf der Bühne im bequemen Ohrensessel, eine klassische alte Stehlampe und ein Laptop, mehr brauchte sie nicht um die Zuhörenden zu begeistern. Vieles von dem, was Lydia Benecke vortrug, ist dem einen oder anderem sicher auch schon passiert, das man z.B. per se für böse gehalten wird, irgendwie Satan nahesteht und ständig auf Friedhöfen herum hängt. Typische Vorurteile halt. Doch für manche hat das schlimme Konsequenzen, siehe West Memphis Three 

Danach ging es zu Fuß, die letzte Bahn war weg, in die Innenstadt und in das Heidnische Dorf zu Estampie. Tolle Musik, tolle Gruppe, deren Fokus nur auf der Musik und weniger auf der Show ruht.

Der Sonntag stand für mich unter dem Zeichen der Kultur/Bildung. Da das Wetter nicht wirklich gut war, Regen und elendig kalt, zog ich dann doch die Museen vor. Das ist auch, das was ich am WGT so liebe, neben der Musik, den Konzerten und den Szeneveranstaltungen hat man eine riesige Auswahl an Möglichkeiten, die man sonst nicht oder nur wenig nutzten kann. Wer geht schon groß in die Oper?

 

 

Begonnen habe ich mit der der Ausstellung „Leipzig in Schwarz 25 Jahre Wave-Gotik-Treffen“.

 

 

Eine sehr gut gestaltete Ausstellung die zum einen die chronologische Entwicklung des WGT aufzeigt, zum anderen aber auch auf einzelne Klischee zur Schwarzen Szene eingeht. Diese werden schön und übersichtlich dargestellt. Empfehlenswert finde ich die geführte Tour. Ich habe die Ausstellung sowohl auf eigene Faust als auch geführt angesehen. In der geführten Tour bekommt man einfach mehr Informationen zu den einzelnen Exponaten und wie wichtig dem Museum die Unterstützung aus der Szene war und ist. 

 

Diese Ausstellung läuft noch bis zum 24. Juni 2016.

 

Den Rest des Nachmittags verbrachte ich im „Haus der Geschichte Leipzig“, indem ich neben der Dauerausstellung zum Thema Widerstand in der Sowjetischen Besatzungszone und in der DDR, auch die Sonderausstellung „Zuhause ist ein fernes Land. Fotografien von Gundula Schulze Eldowy“ besuchte.

 

 

Im Anschluss begab ich mich in den Auerbachskeller zum Essen, es waren ja nur einige Meter durch den Regen.

Abends trieb es mich dann zunächst zur Moritzbastei, einem der Hotspots des WGT, wo ich mich einfach in das Angebot stürzte und Nordvargr sah. Zuvor hatte ich nie etwas von Nordvargr oder Henrik Björkk gehört. Ich konnte damit auch micht viel anfangen. Doch man sollte sich ja nicht Verschließen und da das Konzert gut besucht war, hat Nordvargr wohl auch seine Fangemeinde.

 

 

 

 

Den Anschluss bildete dann das Konzert von Lacrimosa in der Agra Halle.

Tilo Wolff und seine Band lieferten wieder ein gutes und recht langes Konzert ab.

 

 

 

Zum Tagesausklang begab ich mich in die Halle 4.2, die Agra Discothek, wenn man so will, hier fühlt man sich eigentlich immer recht wohl, wem es dann zu viel wird, der begibt sich dann gerne in das Agra Cafe oder in die Vorhalle zur Agrahalle.

 

 

 

Der Montag, letzter Tag des 25. Wave Gotik Treffens war für mich seit meinem ersten WGT immer dem Mittelalter vorbehalten. Somit verbrachte ich diesen Tag genussvoll im Heidnischen Dorf. Die Konzerte von Versengold Eric Fish and Friends waren meine Höhepunkte.

Versengold rockte wieder mal die Bühne, wie ich sie schon oft erlebt hatte. 

 

 

 

Ein richtiges Bonbon war für mich Eric Fish and Friends. Eric Fish, dem meisten wohl mehr als Sänger der Gruppe Subway to Sally bekannt, eröffnete sein Konzert allein auf der Bühne. Erst nach Begrüßung des Publikums und Spielen des ersten Stückes, holte er seine Freund auf die Bühne. Das Konzert bestand aus mehr ruhigen Songs in denen akustische Instrumente an Stelle elektrischer zum Einsatz kamen.

 

 

 

Zusammenfassend möchte ich sagen, dass mir das 25. Wave Gotik Treffen, mein neuntes, wieder voll und ganz gefallen hat. Der ein oder andere hatte sich in verschiedenen Foren im Vorfeld über die Zusammenstellung der Bands negativ geäußert. Aber ich finde genau diese Zusammenstellung, viele unbekannte, kleine Bands und wenige Top Band machen das WGT aus. Des Weiteren ist es auch das Rahmenprogramm, dass den Reiz eines WGT ausmacht. Jeder, da bin ich mir ziemlich sicher, findet für jeden Tag genug Programmpunkte, die die Stunden ausfüllen. Auch über die Ticketpreise wurde ausgiebig diskutiert, auch wenn 120 Euro eine große Summe bedeuten halte ich den Preis, bezogen auf das Angebot, immer noch für sehr moderat.

Der letzte Punkt den ich im Nachhinein nicht bestätigt fand, war die Eröffnungsfeier im Belantis. Wenn es wirklich so schlecht zur Szene passt, ein WGT dort zu eröffnen, wieso habe ich dann an dem Donnerstagabend so viele lachende und fröhliche Menschen dort getroffen. Wohl weil Kritiker nicht immer Recht haben können.

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