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1. – 3. 08.2019


Mit Tobias Serfling von Nachtfalter
Redakteur: Roman Golub

 

 

Nachtfalter gibt es seit 2017 und bestehen aus Tobias Serfling und Tom Günzig. In einem Interview beantwortet Tobias Fragen zum Debutalbum „was bleibt“ der Band und anderen spannenden Themen.

 

 


Welche Bedeutung hat euer Bandname für euch? Wie seid ihr zu eurem Namen gekommen?

Der Nachtfalter ist ein Geschöpf der Nacht, welches einsam, abseits vom Licht seine Kreise zieht... Ich fand diese Metapher zur Umschreibung unserer Musik einfach schön und passend. Es hat für mich etwas zeitloses. Wie ich darauf gekommen bin, kann ich dir gar nicht mehr so direkt beantworten. Zufall denke ich. Irgendwann irgendwo gelesen und es passte wie die Faust aufs Auge.

 

 

 


Welche Erfahrungen musikalischer Natur nehmt ihr aus eurem Engagement aus über 20 Jahren in verschiedenen Bands mit?

Alle Erfahrungen die wir bisher gesammelt haben. Tom und ich spielen weiterhin in unseren bisherigen Gruppen. Wir sind seit über 20 Jahren in unseren Bands, die es auch so lange gibt. Diese bewegen sich aber im musikalisch extremeren Gefilden. Tom im Death Metal Bereich, ich eher im Black Metal. Bestimmte Elemente, die ich in meiner angestammten Band über die Jahre musikalisch verbaut habe, wollte ich mit Nachtfalter auf einen separates Fundament stellen, mit Fokus auf Text, Gesang und Melodie. Auch habe ich mich etwas in der Komplexität im Songaufbau zurückgehalten, um den Songs dadurch definitiv eine eigene und vor allem eingängigere Note zu verleihen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Bei euren persönlichen Interessen gebt ihr Musik von Klassik und Metal an. Wie habt ihr dieses mit in „was bleibt“ einfließen lassen?

Bei der Instrumentierung an sich. Das Grundgerüst von Nachtfalter stellen tatsächlich die Keyboards. Ich habe Wert auf das Einfließen klassischer Instrumente gelegt, wie z.B. Klavier, verschiedene Streicher, Bläser, aber auch Chöre. Gerade auch in Kombination mit neueren elektronischeren Sounds, geben sie Nachtfalter ein Stück weit ihr individuelles Gesicht. Tom gab dann mit seinem Gitarrenaufbau den Songs weitere Tiefe. Gerade verschiedene Melodieläufe sind da einfach zum niederknien. Zum Beispiel bei den Songs “Eine Stimme”, “Nur noch einmal” oder auch “Anderes Leben”. Aber auch er hatte zu tun, sich an bestimmten Punkten spielerisch etwas nach unten zu korrigieren. Weniger ist da manchmal mehr. Das war bzw. ist für ihn als auch für mich ein fortlaufender Lernprozess.

 

 

 


Auf „was bleibt“ sind auch Streicher-Instrumente und Piano zu hören? Wie seid ihr dazu gekommen, eine Anleihe aus der klassischen Musik in euren Stücken zu verarbeiten?

Das habe ich eigentlich musikalisch schon immer getan. Die Frage stellte sich auch nicht, als ich anfing Songs für Nachtfalter zu schreiben. Das ist mein Stil. Zufriedenstellend beantworten kann ich dir das nicht.

 

 

 


Euer Album „was bleibt“ handelt thematisch viel vom Tod. Dazu muß gesagt werden, dass es nicht in jeden Song darum geht. Welchen persönlichen Bezug habt ihr dazu? In welcher Stimmung müßt ihr sein, um Songs um den Tod herum zu komponieren? Und welche Beziehung habt ihr zu den anderen Themen wie etwa „Leid“, „allein“ sein oder „Nacht“?

Der Tod ist nur eines der Themen auf dem Album. Viel eher ist es ein Gesamtkonstrukt aus den Themen Tod, Einsamkeit, Verlust, Trauer, Beziehung und Liebe. Also Themen, die das Leben bestimmt. Viel eher würde ich sagen, das Album handelt vom Leben an sich. Leider werden bestimmte Themen in unserer Gesellschaft fast tabuisiert.

Inspirationspunkt ist häufig mein eigenes Leben, meine Frau, meine Familie und die Vorstellung bestimmter Situationen und “was wäre wenn”...? Der Tod als ein absoluter Endpunkt spielt da natürlich eine große Rolle. Versetzte dich z.B. einfach in die Situation, dass du den Menschen verlierst, der dir in deinem Leben am nahesten steht. Ich kann das auch nicht jeden Tag. Meistens ist es eher so, dass mir eine Zeile in den Kopf kommt, die ich als so aussagekräftig empfinde bzw. mich emotional anspricht, dass ich dann da herum einen Text schreibe. Oder eine bestimmte Stimmung eines neuen Songs inspiriert mich dazu. Ein Schema F habe ich nicht. Es ist jedes mal ein Stück anders.

 

 

 


Ist euer Album eher ein Konzeptalbum um düstere Themen herum? Es ist ja schon auffällig, dass ein häufig auftretendes Motiv der „Tod“ ist und der Longplayer sonst auch mit dunklen Erfahrungen besetzt ist. Oder hat sich das nur so ergeben?

Ich denke das hat eher mit zunehmender Lebenserfahrung an sich zu tun. Wenn man in der Lage ist, sich empathisch in die Texte hinein zu versetzen, werden sie einem persönlich auch etwas geben. Wenn man aber keinen persönlichen Bezugspunkt dazu sieht, werden sie einem nicht interessieren. Aber das ist wahrscheinlich immer so. Als Konzept würde ich das Album eher nicht bezeichnen. Vielleicht viel eher aus der Angst heraus, genau solche Situationen zu erleben, die eigentlich an der einen oder anderen Stelle unausweichlich sein werden...! Mit zunehmenden Alter fangen einem aber auch bestimmte Dinge, z.B. gesellschaftlicher Art, stärker auf, die man kritisiert oder denen man von ihrer Entwicklung her, einfach nicht mehr folgen will.

 

 

 

 

 

 

 

 


Wie seid ihr zu dem Titel eures Longplayers gekommen? Die Wörter „was bleibt“ sind ja in Maschinenklang zu vernehmen. („Ich bin das was bleibt“, „Ich bin das was dann bleibt“) Welche Bewandtnis hat es damit?

Namensgebend für das Album ist der Song “Vollkommenheit”. Die Frage nach dem Sinn von allem und was du nach deinem Leben hinterlässt. Eine der letzten Fragen, die man sich wahrscheinlich im Leben stellt.

 

 

 


Warum habt ihr Maschinenklang als erste Singleauskopplung aus eurem Debutalbum „was bleibt“ ausgewählt? Welche Story steht hinter diesem Stück?

“Maschinenklang” ist tatsächlich der mit Abstand älteste Song des Albums. Dieser Song entstand vor ungefähr 10 Jahren als rein elektronische Version (diese ist als Neuaufnahme übrigens auch auf dem Album bzw. als B–Seite auf der Single). Er driftet zum Rest des Albums auch in seiner textlichen Einfachheit etwas ab. Die Nummer hat mir persönlich und auch meiner Frau schon immer sehr gut gefallen, so das ich diesen Song unbedingt für das Album umsetzen wollte. Was wir dann auch getan haben. Er ist sehr eingängig und catchy und es stand eigentlich recht schnell fest, das wir davon auch ein Video bzw. Single machen wollen.

 

 

 


Am 03.05.2019 ist eure zweite Single „Anderes Leben“ aus dem Album incl des exklusiven Bonustracks „In deinen Armen“ erschienen. Worum geht es in „In deinen Armen“?

“Anderes Leben” ist das erste Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen Tom und mir. Mit der Nummer testeten wir, ob eine kreative Zusammenarbeit zwischen uns möglich ist und ob es harmoniert. Ich hatte die Nummer bis auf die Gitarren soweit fertig gemacht und gab sie Tom, so dass er seine Ideen dazu umsetzte. Und was soll ich sagen, tolles Lied. Tom hat mit seinem Spiel den Songs auch seinen Stempel mit aufgedrückt, der dann zusammen unseren Stil ausmacht.

“In deinen Armen”, als B-Seite der Single, geht auch wiederum auf ein älteres Stück von mir zurück. Dies war auch ein rein elektronischer Song und auf Englisch gesungen (nie veröffentlicht...). Die Idee der Nummer fand ich als zu Schade, um sie im Schubkasten liegen zu lassen. Es ist ein toller Song, der nur eine Textzeile beinhaltet, die ich als Aussage auch so stehen lassen wollte, da sie eigentlich alles zusammenfasst, was am Ende eines langen zweisamen Zusammenlebens noch zählt. Diese Nummer ist nicht auf dem Album “was bleibt”, also sollte sie sich jeder einfach mal runterladen oder streamen. Es lohnt sich, sehr emotional...!

 

 

 


Eine Tour ist bei euch für Herbst 2019 geplant. Könnt ihr schon sagen, wo ihr alles spielen werdet?

Ja, da freuen wir uns sehr darauf. Sie wird mit der Band “Nervenbeisser” zusammen im Oktober stattfinden. Die Termine stehen meines Wissens aber noch nicht fest.

 

 

 


Wollt ihr zum Schluß noch etwas sagen?

Zum einen vielen Dank für deine Fragen und Interesse an Nachtfalter. Zum anderen möchte ich mich noch bei allen Unterstützern von Nachtfalter bedanken. Wir sind manchmal richtig ergriffen, über so viele Leute, denen unsere Musik zusagt und mit der sie sich identifizieren können und uns ihren Support zu teil werden lassen. Also, vielen vielen Dank, das ehrt uns sehr!!!

 

 

 


Danke für das Interview.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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