(Credit: Little Dead Boy und Michael Kratzer)


 

Redakteur: Roman Golub

 

 

Am 02.04.2021 findet ab 20:15 Uhr das Online-Event „little dead boy – goes crazy“ statt. Im Interview sagte Little Dead Boy über seine Shows. „Eine little dead boy show ist Tanz, Storytelling, Musik, Cartoon, Modenschau und Vieles mehr.“ Darüber und über einges mehr standen Little Dead Boy und ECTOSHIVER, der sein Produzent ist, in einem Interview Rede und Antwort.


Der Link zum Facebook-Event

Hier kann man den Live-Stream verfolgen

 

 

 

 

Was ist genau das Ziel und die musikalische Absicht von Little Dead Boy?

Little Dead Boy: Weltherrschaft! Eindeutig Weltherrschaft! Nein, Quatsch. Das ist natürlich das Ziel der grauen Herren und der bösen Hexe* (*in "einer wahren Geschichte des Rock'n'Roll ", der Buch-Reihe von Little Dead Boy). Die musikalische Absicht ist Liebe in diese scheinbar lieblose Welt tragen. Liebe - in Wort, Bild und Ton. Und trinkbar. Liquid Love!** (**bei Little's Real Life Auftritten gibt es "ZomBier", "Reaper"(Whiskey mit Ingwer und Honig) und "Witches Brew".

ECTOSHIVER: Die Absicht von LDB ist es die wahre Geschichte des Rock 'n' Roll zu erzählen. Deswegen kennen wir auch keine Genregrenzen. Little Gitarrensound ist richtig oldschool-fuzzig, die Synthesizer hingegen tanzbar modern. Wir wechseln zwischen akustischen Drums und synthetischen. Integrieren Einflüsse aus HipHop, Trap und Anderem. Es ist uns wichtig einen Sound zu entwerfen der aus der Masse hervorsticht und das Publikum überrascht. Dies gehört zu den großen Forderungen die wir uns immer wieder selbst stellen.

 

 

 

 

Eure Lyrics würde ich – soweit ich sie kenne - als sehr unterhaltsam bezeichnen. Woher nehmt ihr die Inspiration für ein derartiges Storytelling in Form von Beschreibung von Szenen und Situationen, die insgesamt dann in der Aneinanderreihung eine gewisse Comedyhaftigkeit verursachen? Anders formuliert: Wie schafft ihr es die lustigen Elemente zu einem groß verpackten Paket zu formen? Und wie passt ihr die Musik dann an die Textstruktur an?

Little Dead Boy: Danke für das Kompliment. Glücklicherweise belästigt mich ein ganzes Heer von Musen, ständig, so dass ich kaum hinterherkomme. Eigentlich bin ich nur "Ghostwriter", das Leben schreibt die Geschichten. Nimm' die Zombie-Apokalypse in Little Dead Boy. Schau dich um. Wir sind mittendrin (***Kinotrailer (Kino deshalb, weil Little in Kinos seine Geschichte erzählt hat, unter anderem in der Pelmke in Hagen und dem Metropolis in Bochum))



 

 

 

 

 

 

Im Idealfall entwickele ich Musik und Text gleichzeitig. Manchmal sind Text oder Musik zuerst da. Inzwischen habe ich auch gelernt Strophen zu schreiben. Ursprünglich bin ich ein guter Refrain Schreiber. Bei einem Magazin, wie eurem, wäre ich der Mann, der die Überschriften schreibt. Danke übrigens für die Chance uns eurer Leserschaft vorzustellen.

 

 

 

 

Könntet ihr eure lustigen Elemente kurz beschreiben und skizzieren?

Am besten mit einem Beispiel... Dieses Kapitel ist der inspirierenden Autorin JAQUELINE WEISS gewidmet. Es begab sich aber zu einer Zeit…
da der dicke alte Mann die dicke runde Nase voll hatte! Niemand glaubte mehr an ihn. Undankbares Pack!

 

Tagtäglich trat jugendlicher Pöbel nach ihm, bewarf ihn mit fast leeren Bierdosen, ja sogar Flaschen und Essensresten. Als eines schönen Tages so ein halbstarkes Milchbrötchen seinen Rauschebart in Brand setzte, war das Maß endgültig voll!!! Er würde sich das nicht länger gefallen lassen. Er würde nicht länger warten. Er würde…

 

Er würde erst mal den Bart löschen! Er löschte den Bart und verbrachte einige Minuten damit das Brandloch anzuschauen und sich, mehr als nur ein wenig, zu bedauern. Dann hängte er den Sack mit den Geschenken endgültig an den Nagel und betrat mit rotem Gesicht die nächstgelegene Mc Death Booth.

 

Mc Death Booth befanden sich ja inzwischen an jeder Straßenecke. In diesen Telefonzellen-ähnlichen roten Säulen konnten sich die Menschen ihre Lebensenergie entziehen lassen um forthin als emotionslose Zombies für die Greys zu schuften.

 

Als er vor der großen, roten Tür stand, glitt diese einladend auf. Wie die Schiebetür seines Kleiderschrankes, in dem sich ein Dutzend identischer roter Anzüge befanden.

 

Der dicke Mann zögerte und sah sich den schwungvollen Schriftzug auf der glatten Außenseite an: Mc Death - there is no better way to die! Durch die Farbe und die Form sah die Säule wie eine riesige Cola-Dose aus. Auch die Schriftart passte. Wenn er daran dachte, dass dies einmal seine Lieblingsfarbe gewesen war…

 

Grey Industries. Die grauen Herren die die Welt "lenken". Wieso weder die Säule, noch die Cola Dosen grau waren, sondern eben in diesem speziellen Rot, wussten vermutlich nur die Marketing Strategen.

 

Obwohl hinter beidem, Cola und Mc Death, Grey Industries steckte, würde er sie betreten. Die Türe war breit genug um auch beleibte Personen hineinzulassen.

 

“Thank you for choosing Mc Death.” begrüßte ihn eine angenehme, freundliche Frauenstimme. Seine Stimmung versuchte zu sinken, ohne Erfolg. Nach unten war einfach kein Platz mehr. Er schwitzte und drückte den roten Zombiefizierungs-Button.

 

Eine freundliche Stimme erklang, während das Kleingedruckte über den Bildschirm raste “Danke, dass Sie sich für Mc Death entschieden haben. Mit Drücken Des ZombiefizierungsKnopfes Übertragen Sie Sämtlichen Besitz Auf Grey Industries Nebenwirkunge Des Zombiefizierens Sind Kopfschmerzen Übelkeit Und Tot.

 

Mc Death, there's no better way to die." Heraus stieg ein Zombie-Santa, der immer noch ein Brand-Loch im Bart hatte, dazu jetzt noch ein Loch in der rechten Wange. Mit einem Sack voller Waffen, Schwarzer Zipfelmütze und schwarzem Anzug suchte er forthin nach Rache. An seinen Händen hatte er scharfe Klingen befestigt, die von seinen Feinden so gefürchteten “Santa-Claws”.

 

Da Niemand mehr in der Lage gewesen war ein “BITTE NICHT STÖREN!” -Schild an die Klinke zu hängen, hatte die Putzfrau, trotz-vermutlich olfaktorisch geweckter- dunkler Vorahnung, die Türe geöffnet.

 

Das sich darbietende Bild der Büchse der Pandora brauchte einen Augenblick einzusacken. Die Reinigungskraft schloß die Türe wieder und reichte ihre sofortige Kündigung ein. Für Kriegsschauplätze war sie nicht zuständig!

 

Zwar hatte man den Feind, Alkohol, mehr oder weniger vollständig vernichtet, aber er hatte Opfer gefordert. Überall lagen (Schnaps-)Leichen. Zwei Flaschen küssten sich auf dem Boden, dessen freie Flächen ebenso von leeren Flaschen und Gläsern besiedelt war, wie die der Fensterbank und des Tisches. Es stank nach schalem Rauch, Alkohol und Saurer Milch. Ein Bild hing schief und halb verbrandt an der Wand.

 

Die eine Flasche trank aus der Anderen, was seltsam aussah, weil doch beide auf dem Fussboden lagen. Die trinkende Flasche begann zu rollen, bis sie an einen Besenstiel stieß, von einer linken Hand aufgehoben und auf den Stock gesteckt wurde.

 

Erst jetzt öffnete Franky ihre Spiegeleier-Augen, drehte ihren Flaschenkopf und betrachtete das Hotelzimmer. Sie hüpfe vorsichtig auf ihrem Stock durch den Raum und schaute sich um, wie Vogelscheuchen das ebenso machen. Diese Vogelscheuche jedenfalls.

 


Im Badezimmer wurde sie fündig. Die linke linke Hand badete im Waschbecken. Kaum hatte Franky ihren Flaschenhals ins Bad gehalten, reckte sie die Finger nach oben, sprang vergnügt aus dem Becken und high-five-te die rechte linke Hand ab, um sich dann auch am Ende des Besenstiels auf ihrem angestammten Platz nieder zu lassen.

 

Sofort ergriff Franky Franziska Stein ihre Drumsticks und spielte auf dem Waschbecken: 1e und e 2e und e 3e und e 4e und e…. “Uuääähhhhh” drang ein Stöhnen aus der Badewanne.

 

Der Duschvorhang bewegte sich und ein Fellkneul mit kleinen rotädrigen Augen kam knapp über dem Wannenrand zum Vorschein. “Kann man hier den nirgendwo in Ruhe schlafen?!” seufzten die Haare.

 

Als Antwort warf die Vogelscheuche einen Drumstick gegen den Hebel der Dusche, worauf diese einen Schwal eiskaltes Wasser über eine schlagartig wache Leo ergoss. “Aaaaaaaahhhh”kreischte das Wolfsmädchen. Franky hatte ihren Stick längst wieder aufgefangen und spielte weiter: 1e und e 2e und e 3e und e….

 

 

 

(Credit: Little Dead Boy und Michael Kratzer)

 

 

 

 

In euren Shows gibt es auch Lesungen? Was könnt ihr dazu sagen?

Wir arbeiten ganzheitlich. Eine little dead boy show ist Tanz, Storytelling, Musik, Cartoon, Modenschau und Vieles mehr.

 

 

 

 

 

Bald erscheint eine EP von euch? Was könnt ihr schon darüber erzählen?

Little Dead Boy: Ich bin froh und stolz meinen Produzenten ECTOSHIVER mit im Boot zu haben, der unseren Gitarrensound revolutioniert hat und mit seinen Trap Beats und Kompositionen, wie "Scapegoat" und "Life Is A Dancefloor", den neuen little Sound prägt. Mit Jay Van Ijser habe ich wieder unseren ersten Drummer dabei, mit dem wir im Oktober 2010 gestartet sind. Jay ist nicht nur einer der besten Freunde, er ist einer der besten Musiker. Er komponiert, spielt Piano und Drums. Zusammen singen wir oft 2 bzw. 3-stimmig (Ecto und Jay und ich). Einige Little Dead Boy Songs werden auch auf dem Soundtrack des Indie-Horror FEED THE REAPERS erscheinen, der nächstes Jahr raus kommt. Dies wird, nach SOUND OF FEAR und METEROID der dritte Film mit musikalischer Beteiligung von Little. Als Drehbuchschreiber und Choreograph ist Little in Musikvideos sehr aktiv.

 

 

 

 

Welchen Zusammenhang gibt es zwischen eurem Onlineevent am 02.04.2021 und eurer bald erscheinenden EP? Werden da vielleicht schon Stücke vorab vorgestellt?

ECTOSHIVER: JA, bei dem Onlineevent wird es einige Premieren geben, das kann ich schon vorab sagen, Bei einem Song werde ich auch online zugeschaltet, welcher das ist werde ich aber noch nicht verraten. Wir sind gespannt wie die Leute auf den neuen LDB Sound reagieren. Zitat einer Zuschauerin, die vorab in die neuen Songs reinhören konnte: "Ich mag sowohl den alten, als auch den neuen Stil von Little Dead Boy!"

 

 

 

 

(Credit: Little Dead Boy und Michael Kratzer)

 

 

 

In eurer Facebook-Veranstaltung zu eurem baldigem Online-Event fragt ihr: “Was wollt ihr am 2.4. erleben?“ Wie wichtig ist euch die Interaktion mit dem Publikum?

Little Dead Boy: Für mich ist ein Event (Konzert, Ausstellung, ...) immer ein Dialog mit dem Publikum. Ich kommuniziere gerne. Ich liebe die Interaktion! Ich gebe lieber Workshops, als "Clinics" (in "Clinics" zeigen Musiker ihr Können, häufig ohne dem Publikum etwas zu erklären oder ihnen etwas beizubringen).

 

 

 

 

Welche tiefere Bedeutung steckt hinter eurem Projektnamen?

Little Dead Boy: Danke für diese Frage. Dies ist mir sehr wichtig. Little Dead Boy ist ein fiktiver Charakter. Little ist ein niedliches kleines Skelett, der ungewollte Sohn von Gevatter Tod und Mutter Liebe. Er rettet mit seiner Musik die Menschheit vor der Zombie-Apokalypse.
Wie unser werter Kollege Ice T sang:
Born yellow,
Born brown,
Born red,
Born black,
Born dead.
Wir sind alle little dead boys. Und alle zusammen retten wir diese Welt!
Mit einer tanzbaren Revolution!

 

 

 

 

Wollt ihr zum Schluß noch etwas sagen?

Little Dead Boy: "This is the love revolution. Love yourself and everyone wholeheartedly"
(Textausschnitt aus REVOLUTION)
https://youtu.be/KEzg9HWsxVg

ECTOSHIVER: Danke für das Gespräch. Wir sehen uns am 2.4.2021 auf https://m.twitch.tv/kratz3r/profile

 

 

 

 

(Credit: Little Dead Boy und Michael Kratzer)

 

 

 

„Sowohl bei der Fotografie, grafische Arbeiten/Illustrationen ist Michael Kratzer/kratz3r.de Urheber/Inhaber.“
Sämtliche Rechte der Fotos und Grafiken liegen bei Little Dead Boy und Michael Kratzer.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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