(Credit: Barbara Andres)


Redakteur: Roman Golub

 

 

Manfred Thomaser hat in einem Interview Fragen zu seinem Projekt The Independent Seasons und über seine Tätigkeit als Komponist für die Earmotion Audio Creation GmbH beantwortet. Manfed Thomaser ist zusätzlich auch noch mit Arsine Tibé und !distain musikalisch aktiv.

 

 

 

Kannst du kurz das Konzept von earmotion erläutern?

Manfred: earmotion veröffentlicht Musik für Werbe-, Image-, Dokumentar- und Spielfilme, Trailer, Sendungsverpackungen für TV & Radio etc. Man kann diese Musik nur über earmotion beziehen, d.h. es gibt sie nicht auf Spotify usw.

 

 

 

 

Wofür durftest du schon alles Beiträge beisteuern?

Manfred: Bislang wurden 16 Songs von mir in den Katalog aufgenommen, plus eine Kooperation mit Oliver Faig und Harry Moehrle. Thematisch standen dabei die Themen "Crime", "Experimental Music", " Documentary Underwater", "Investigative Documentary", "Casting Show" und "80s" im Vordergrund.

 

 

 

 

Was war bisher dein größter Erfolg bzw. was war dein bisher renommiertester Auftrag bei der Musik, die du über earmotion veröffentlichst?

Manfred: Die am häufigsten eingesetzten Songs von mir sind "One By One", "Void" und "Artificial Associate". "Void" wurde z.B. in Japan im Fernsehen eingesetzt. Weitere Details liegen mir nicht vor.

 

 

 

 

Wie funktioniert deine Arbeit für earmotion? Bekommst du konkrete Aufträge oder werden Arbeiten ausgeschrieben?

Manfred: earmotion gibt die jeweiligen Themen vor. Das kann orchestrale Musik für Action-Filme sein, poppige Lounge-Klänge für Abendstimmungen, Heavy-Metal, Country etc. Ich glaube, thematisch gibt es keine Grenzen. Wird ein Genre vorgegeben, kann jeder der für earmotion tätigen Musikerinnen und Musiker Songs einreichen. Was earmotion am besten geeignet erscheint, wird den Kooperationspartnern in Form einer Compilation angeboten. Was nicht gefällt, geht an die Künstlerinnen und Künstler zurück.

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie fügst du konkret Musik bei einer konkreten Auftragsarbeit zum dazugehörigen Format zu? Worin besteht der Unterschied zu deiner sonstigen Musikproduktion, wo du nicht solche Vorgaben hast. Welche Rolle spielt deine Intuition bei dem Ganzen?

Manfred: Musik für earmotion basiert auf anderen Voraussetzungen/Herangehensweisen als meine weiteren Kompositionen. Das vorgegebene Thema bestimmt z.B. von Beginn an die Auswahl der Instrumente. Greift Musik für Unterwasser-Dokumentationen auf ein Schlagzeug zurück? Wird christliche Orgelmusik für gewöhnlich von satanischen Gitarren begleitet? Ich gehe also konzeptioneller an die Kompositionen heran.


Bei Arsine Tibé oder The Independent Seasons kommt das selten vor. Da lasse ich mich sehr viel mehr treiben, plane wenig und schau, wohin mich die ersten Ideen führen. Da ist Intuition sehr gefragt, und vieles geschieht tatsächlich im Unterbewussten. Im Gegensatz hierzu hört man einem earmotion Song wie "Artificial Associate" an, dass der konkrete Plan vor der Musik vorhanden war, d.h. ich wollte einen Song in Anlehnung an das James Bond Thema von Monty Norman komponieren.

 

 

 

 

Was für Musik findet sich auf FEEL GOOD 80S VOL-1 von earmotion? Wofür ist diese Compilation zusammengestellt worden? Du hast den Song „New York, London, Berlin“ dazu beigesteuert. Wie passt er in das Konzept der Compilation?

Manfred: "Feel Good 80s Vol-1" verfolgt das Ziel, das Lebensgefühl der "80s" wieder zu spiegeln. Die Musik bietet sich z.B. für eine DoKu über diese Zeit an. Auf dem Bildschirm sieht man dann z.B. Popper, die zu The Human League tanzen, während das nachfolgende Zeitzeugen-Interview mit Musik der earmotion Compilation unterlegt wird. Man bleibt dadurch im Gefühl der 80er.
"New York, London, Berlin" ist der Song, der in Zusammenarbeit mit Oliver Faig und Harry Moehrle entstand. Es war die klassische Situation: ich komme morgens aus der Dusche raus und habe einen Text und eine Melodie im Kopf. Schnell aufgenommen, damit ich nichts vergesse, und später diese erste Idee an Oliver geschickt. Ich habe ihn gefragt, ob er dazu ein Instrumental komponieren möchte. Die Idee war, textlich wichtige Städte der 80s zu nennen, dazu Persönlichkeiten wie die "MenInBlack" zu erwähnen oder ein 'ganz typisches' 1980er Jahre Ereignis wie den Mauerfall.

 

 

 

 

Welches Konzept steckt hinter The Independent Seasons? Welche Bedeutung hat dieser Projektname?

Manfred: The Independent Seasons entstand u.a. aus dem Wunsch heraus, den Gitarren in meiner Musik mehr Platz zu verschaffen und grundsätzlich positiver gestimmt aufzutreten als Arsine Tibé. Ich mag melancholische Musik, und ich mag Pop-Musik. Mit meinen beiden Solo-Projekten kann ich beide Bereiche/Stimmungen abdecken und die Brücken dazwischen betreten. Der Name The Independent Seasons basiert auf dem Wunsch, so weit wie es möglich ist, frei und unabhängig zu agieren und zu leben. Das gesamte Jahr über.

 

 

 

 

Wie wählst du Musik für das Projekt „The Independent Seasons“ aus? Wie produzierst du die Musik für dieses Projekt?

Manfred: Die Auswahl erfolgt nach der jeweiligen Atmosphäre eines Songs. Die eher melancholischen Lounge Noire Stücke landen bei Arsine Tibé. Die eher "freundlichen" Lounge Noire Songs wandern zu The Independent Seasons. Da ich in die meisten meiner Kompositionen ohne vorheriges Konzept einsteige, macht es auch wenig Sinn, vorher festzulegen, welches Projekt den Zuschlag erhält. Sobald ich merke, die Gitarrenmelodien stehen im Vordergrund, sind guter Laune und verbreiten eine eher dem Pop zugewandte Atmosphäre, wandert der Song in den The Independent Seasons Ordner. Komposition, Produktion, Mischung und mittlerweile auch das Mastering erfolgen in meinem privaten Lounge Noire Studio. Hier habe ich die nötige Ruhe.

 

 

 

 

(Credit: Barbara Andres)

 

 

 

 

Wie ist dein Projekt „The Independent Seasons“ entstanden? Was für Musik findet sich dort

Manfred: Die Musik ist durchgehend instrumental. Sie hilft mir in schwierigen Momenten, im Gleichgewicht zu bleiben. Ich höre sehr gerne China Crisis, nicht nur, aber sehr gerne dann, wenn mich das Leben erdrückt. China Crisis gelingt es, mich aus schlechten Momenten heraus zu reißen. Seit vielen, vielen Jahren ist das so. Und um 2015 herum habe ich mich gefragt, warum ich für mich selbst nicht Musik komponiere, die mich in weniger guten Momenten trägt bzw. aus dem Sumpf des Alltags heraus zieht. Neben der Fokussierung auf die Gitarren war dieser Wunsch also ein weiterer Ausgangspunkt für The Independent Seasons. Natürlich war die nächste Frage, ob ich das kann.

 

 

 

 

Welche Bewandtnis und Geschichte steckt hinter der Reihe „Songs from the Core Kit?

Manfred: Core steht für Kernstück / Herz. Kit bedeutet übersetzt u.a. Ausrüstung oder Handwerkszeug. Frei übersetzt entstammen die Songs der Reihe also aus dem tiefen Kern meiner mir zur Verfügung stehenden Ausrüstung. Zusätzlich bedeutet dies auch: ich verbringe sehr viel Zeit mit meinen Songs, bevor ich sie veröffentliche.

 

 

 

 

Willst du zum Schluß noch etwas sagen?

Manfred: Wer bezüglich earmotion neugierig geworden ist, kann meine Songs über hier anhören


Weitere Infos zu The Independent Seasons gibt es hier


Vielen Dank.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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