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Redakteur: Roman Golub

 

 

 

 

Teufelskreis sind Friedl Schütz (Gitarre & Synth), Chris Platschek (Drums & Piano), Reinhold Spiegelfeld (Bass) und Ronny Platzer (Vocals & Harp). In einem Interview gaben sie Auskunft über ihr neues Album, Gott, den Teufel und vieles mehr.

 

 

 

Wieviel Arbeit habt ihr in euren Longplayer "Wahrheit oder Lüge" gesteckt. Seid ihr zufrieden mit dem Ergebnis?

Chris: Wir haben das Album teils, jeder für sich, zu Hause eingespielt. Es gibt sehr viele Vorteile beim sogenannten Homerecording. Wenn du gut drauf bist, spielst du einfach die Tracks ein. Es gibt dabei Vor- und Nachteile. Im Studio wird natürlich alles quasi überwacht und du ersparst dir das Durchhören der einzelnen Spuren, da der Studiotechniker dich quasi sofort unterbricht, sollte irgendwas nicht 100%ig bei einem Take passen. Andererseits sollte das neue Album sehr "ehrlich" und natürlich klingen und keine "sterile" Rock - oder Metalproduktion werden. Wir haben ca. 3 Jahre an den Songs gefeilt und machten uns keinen Stress. Teils gab es Verzögerungen, da es auch gesundheitliche Probleme bei dem einen oder anderen in der Band gab. (Ja, auch wir befanden uns teils in einem Teufelskreis nicht nur bandmäßig, vielleicht wirkte sich das ja noch zusätzlich positiv aufs Recording aus, hehe …) Aber wir sind wieder fit als Band und somit tut das nichts mehr zur Sache. Ich für meinen Teil, habe versucht die Drumspuren so aggressiv wie möglich einzuspielen. Also Sticks umdrehen und mit vollem Attack reingehen in die Felle :-) Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden. Unser Studiotechniker Robert hat auch sehr gute Arbeit geleistet und das Beste aus unserem Sound rausgeholt.

 

Reinhold: Als Künstler bin ich nie ganz zufrieden. Es ist eine Frage der Dosis. Extrem gesagt, kranke Selbstverachtung zu vergammelnder Zufriedenheit. Es geht weiter und weiter. Keiner weiß warum und wohin, und doch wohin.

 

 

 

 

 

Wie seid ihr zu eurem Bandnamen gekommen? Welche Bedeutung hat er?

Friedl: 2007 beschließe ich in Chalkidiki meine Kindheit in Texte zu verarbeiten und meine eigene Band zu gründen. Ein paar Tage später lese ich in einer Musikzeitschrift einen Bericht. Als ich über das Wort Teufelskreis stolpere hatte meine Band einen Namen.

Der Teufelskreis ist eine zunehmende Ausweglose Lage. Ein Hamsterrad, das man stoppen, aber nicht verlassen kann.

 

Chris: Teufelskreis ist meiner Meinung nach ein sehr intensiver Bandname, da er mit sehr viel negativen Gefühlen in Verbindung gebracht wird. Denn, wenn du dich in einem sogenannten, Teufelskreis befindest, ... gesundheitlich, geistig... dann folgt meist die "Abwärtsspirale". Ein Teufelskreis bringt dich auf den Tiefpunkt deiner Existenz. Variante... Ich denke, jeder Mensch war - oder wird mal in den sogenannten Teufelskreis kommen. Aber nur so lernen wir dazu...

 

 

 

 

 

 

 

 

Welche Entstehungsgeschichte hat der Song "Neben der Spur" Werden da Erlebnisse verarbeitet?

Friedl: In dieser Nummer werden Erlebnisse anderer labiler Menschen unter bestimmten Einflüssen verarbeitet. Neben der Spur ist aber auch ein alltagsbedingter Zustand., der auch mir widerfährt.

 

 

 

 

Wie sieht das Songwriting bei euch aus? Wie geht ihr da vor?

Reinhold: Der Friedl macht das und er macht das bestens.

 

Friedl: Ich verarbeite ein Thema, das mich beschäftigt, in einem Text. Dann suche ich mir aus meinen Tausend Ideen einen Riff raus der dazu passt. Manchmal mache ich es auch umgekehrt. Oder höre während ich den Text schreibe schon die fertige Nummer. Dann mache ich einen Songaufbau. Spiele die Rifffolge im Proberaum der Band vor und jeder Musiker fügt sich ein. Meine Visionen verbinden sich mit den eingebrachten Ideen der Musiker sehr gut. Wenn nicht, dann passe ich diese an, indem ich dem Musiker meine Vorstellung erkläre, die ich höre. Diese Arbeitsweise macht viel Spaß und funktioniert nur wenn die Leute hast, die auf deinem Label sind.

 

Chris: Finde diese Arbeitsweise ganz gut bei uns, da es meist "authentischer" kommt wenn die Lyrics und Grundriffs von einer Person kommen. Kommt natürlich immer auf die Band und Situation an. Bis jetzt war es jedenfalls so. Wenn der Song steht, wird die Musik mit dem Gesang dann noch ausgearbeitet.

 

 

 

 

Welche Einstellung habt ihr zu Gott und der Kirche?

Friedl: Ich bin unheilig, glaube aber an eine höhere schöpferische Macht, an Energie, an das Universum. Mit dem Wort Gott kann ich persönlich nix anfangen. Ich finde es peinlich auszusprechen. Würde Gott für Hoffnung stehen oder für innere Werte, oder würde man dieses Gottgetue als Schöpfung ansehen und etwas verständlicher darstellen, dann würde das heuchlerische Lebensumfeld realistischer aussehen.

Gegenfrage! Woher kommen wir? Wohin gehen wir. Warum existieren wir? Wie lange bleiben wir?

 

Chris: Zur Kirche habe ich keine gute Einstellung. Die Leute werden durch diesen Verein verarscht und ich habe mit Religion generell gar nix am Hut. Religion wird meistens missbraucht und dient als Waffe gegen die Menschheit selbst finde ich. Religion ist wie ein Virus, der die Menschen vergiftet. Die positive Message, wie Liebe, Nächstenliebe usw. ist natürlich gut, aber die meisten Scheinheiligen bzw. religiösen Leute die Ich kenne, benehmen sich eher aggressiv und machen mir teilweise sogar Angst. hehe ... Da gibt es wirklich viele Wahnsinnige, die Extremisten ja sowieso... Geisteskrankheiten können sich schon weit verbreiten... naja. Ich versuche aber eher spirituell doch zu denken und vom Leben zu lernen. Ich bin auch kein Atheist, es gibt sicher sehr vieles was wir nicht, oder noch nicht sehen und begreifen können. Auch mag ich sehr OSHO wie unser Bassist Reinhold :-) und den Dalai Lama. Das Wort Gott wird ebenfalls oft falsch Verwendet. Ich sehe Gott als das Ganze... oder das Universum... aber, das sollte ja jeder selbst für sich entscheiden.

 

Reinhold: Den Gott, von dem geredet wird, hat der Mensch nach seinem Ebenbild erschaffen. Wir allein sind verantwortlich. Kirchen sind Kollateralschäden nach dem Tod eines Meisters/Buddha/Propheten, you name it, der bekannt gemacht wurde. Ursprünglich vielleicht gut gemeint, mit der Zeit korrumpiert und pervertiert. Ein bequemer Geselligkeitsverein durch angesammelte lauwarme menschliche Energie bis man sich wieder in die Fresse haut. Im Sinne eines 'religere', tot.

 

 

 

 

Welchen Bezug habt ihr zum Teufel?

Friedl: Ich finde die Frage immer wieder berechtigt, nachdem wir ja mit einem sehr unverständlichen, bösartigen Bandnamen polarisieren. Ich persönlich würde Teufelskreis nie mit der erfundenen Figur Teufel in Verbindung bringen. Aber zurück zur Frage: Wir treffen uns einmal in der Woche, zünden große rote Duftkerzen an, bedecken uns mit schwarz-rosa kegelförmigen Ku-Klux-Klan Tücher, trinken Dreh und Trink und treiben uns Gott, den all umstrittenen Suppen-Schöpfer, aus! Das ist der wahre Grund warum wir nie zum Proben gekommen sind und uns 6 Jahre teuflische Witze erzählt haben.

Spaß ohne! Teuflisch ist an den Teufel zu glauben! die Existenz des Teufels ist im Wesentlichen eine politische Angelegenheit. Ist der Teufel nicht vielleicht eine kollektive Wahnvorstellung?

 

Chris: Im religiösen Sinne hab ich gar keinen :-). Ich mag aber okkulte Filme und Bands, hehe... aber mehr just for fun. Für mich ist der Teufel mehr eine Unterhaltungsfigur. Ich mag Death- und Black-Metal einfach total gerne. Hatte früher auch Bands in der Hinsicht z. B Dark Deception. Im fiktiven Sinne machen mir Dämonen sowieso viel Spaß... aber bitte nur auf Platten und CD Covers... im echten Leben brauch ich es nicht, da schwebe ich lieber auf Wolke 7 !

 

Reinhold: Den Teufel, von dem geredet wird, hat der Mensch nach seinem Ebenbild erschaffen. Wir allein sind verantwortlich.

 

 

 

 

 

 

 

Wie informiert ihr euch über das politische Geschehen? Die Frage steht unter dem Hintergrund der beiden Songs "Hängt sie höher" und "Auf der Flucht.

Friedl: Ich beschäftige mich nicht damit. Mache mir aber generell Sorgen über das Verhalten und den vielen leeren Versprechungen. Wir werden tagtäglich betrogen, belogen und beschissen. Politiker sind wie Tauben: Sind sie auf dem Boden, fressen sie dir aus der Hand! … aber sind sie einmal oben, dann scheißen sie dir auf den Kopf!!!

 

Chris: Naja, da kommst du sowieso nicht drumherum. Aber die Medien verzapfen sowieso auch sehr viel Müll. 100% können wir sowieso nicht wissen, was auf der Welt so abgeht. Aber Politik sollte immer für das "Wohlergehen" stehen. Nicht für Profit, welcher im Endeffekt den Leuten mehr schadet, damit sich gierige Idioten bereichern können. Genauso ist "Auf der Flucht" ein Song welcher das Leid beschreibt, von Leuten welche in Kriegsgebieten deren Land verlassen müssen. Was klar ist. Wenn du Angst um dein Leben hast musst du ja was unternehmen ... Natürlich gibt es auch Menschen, welche das ausnützen ... aber in erster Linie sollten wir Menschen zusammenhalten... Schwarze Schafe gibts immer, das kann niemand vermeiden. Aber da könnte man ewig diskutieren...

 

Reinhold: Informationen zum politischem Geschehen sind interpretierte Kommentare zu Ideen, Träume, die wie Schatten jahrelang hinter den Absichten derer stehen, die versuchen die Welt zu beeinflussen, in eine Richtung zu lenken. Who cares

 

 

 

 

Was stellt das Cover dar?

Friedl: Ein in sich immer wieder kehrender Teufelskreis der nie endet. Meine Kinder freuen sich sehr, dass sie auf dem Cover sein dürfen.

 

Reinhold: Ist geil.

 

 

 

 

Ihr arbeitet mit vielen Gegensätzen: Gott, Teufel, Wahrheit oder Lüge. Es sieht danach aus, dass es ein Konzeptalbum ist. Oder sind diese Gegensätze euch einfach so in den Sinn gekommen?

Friedl: Es war mir einfach nur wichtig diese Themen zu verarbeiten!

 

Reinhold: Gegensätze sind der Nukleus des Lebens. Mann, Frau, Leidenschaft und Traum, letztlich irrelevanter Sisyphus.

 

 

 

 

Was können die Besucher eines Konzerts von euch erwarten?

Friedl: Emotionen! Geile Bühnenshow, Spontanität, Aktion und Spaß!

 

Chris: Groovigen Harten Heavy-Rock mit schönen Botschaften!!!

 

 

Reinhold: Heavy Rock. Hart, einzigartig. 1000 Jahre Erfahrung mit Hirn und Eier.

 

 

 

 

 

Wollt ihr zum Schluss noch etwas sagen?

Friedl: Kauft Qualität und Emotionen, kauft die neue CD! Es zahlt sich aus! Bleibt auf eurer Reise entspannt und wenn nicht macht es auch nix. Friede, Freude, Eierkuchen!

 

Chris: Kauft unser Album!

 

Reinhold: Haaahaaaahaaaahaaaaaaa Leben ist so was von geil.

 

 

Danke für das Interview.

 

 

 

 

 

 

 

 

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