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1. – 3. 08.2019

Zweiter Teil der sechsteiligen Serie mit Tonchirurgie


 

Redakteur: Roman Golub

 


Warum beschäftigt sich Tonchirurgie mit unsichtbaren Mächten?


Frau Dr. Glühfinger: Die Musik selber ist eine unsichtbare, aber starke, hörbare und fühlbare Macht. Musik in der Alltagssprache ist nur ein miniaturhafter Ausschnitt, im Vergleich mit der universellen Ganzheit, in der die Akustik überall wirkt. Schwingungen existiert im ganzen Universum, auch auf der Erde steckt die Referenz für Musik in der Natur: Harmonie, Gleichgewicht, Kräftespiel, Ordnung, Schönheit…, das alles ist Musik, die uns magisch fasziniert.
Musik zieht uns an, weil es unser innerstes Wesen so tief berührt. Musik ist nicht nur ein partizipiales Objekt im Leben, es ist das Leben selbst, unabhängig davon ob man es passiv genießt oder aktiv gestaltet.

 

 

 

 


„Seelenlose Stille“

 

 

 

 

 

Welche unsichtbaren Mächte beschreibt das kunstvolle Video?

 

Frau Dr. Glühfinger: Obertonschwester Resistentia hatte den Text mit intuitiver, unsichtbarer Macht erschaffen und obwohl er nicht auf bestimmte Inhalte abzielt, erzeugte er vielfältige Assoziationen bei den Zuhörern. So wurde vermutet, es gehe um Obdachlosigkeit, soziale Kälte, Einsamkeit u.v.m. Der Text definiert die Mächte also nur in Teilen und eröffnet so die Möglichkeit für eigene Gedanken und Assoziationen.

 

 

 

 

 

 

Was steckt hinter der Philosophie des Textes?

Obertonschwester Resistentia: Ich fand, dass der Beat durch seine Monotonie etwas von einer seelenlosen Stille hat, er hat etwas sehr Bedrohliches. Und was ist bedrohlicher als Einsamkeit?!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Und wie würdest du dich selbst als Künstlerin beschreiben?


Obertonschwester Resistentia: Ich bin eine Aliendame. Mit Tonchirurgie verbindet mich eine mehrjährige Freundschaft, in der wir immer wieder kreative Prozesse umsetzen konnten, so habe ich schon 2016 in dem Album „Wesen“ von Tonchirurgie an einigen Songs mitgewirkt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie habt ihr für das Video optische Entscheidungen getroffen?

 

Frau Dr. Glühfinger: „Wir sehen im Video zwei unterschiedliche Performances, die durch die Unterschiedlichkeit in der Bewegung auffallen: Obertonschwester Resistentia singt, tanzt und bewegt sich organisch, während Frau Dr. Glühfinger maschinell agiert. Die menschlichen, unsichtbaren Kräfte stehen in diesem Video den künstlichen, maschinellen Kräften symbolisch gegenüber. Der Kontrast wir zusätzlich noch dadurch verstärkt, dass beide Persönlichkeiten nur isoliert zu sehen sind.

 

Menschlich-maschinelles Dasein erscheint zunehmend in den Berichten über die Entwicklung von künstlicher Intelligenz (KI) und Robotik. Forschungen am künstlichen Gehirn und technische Körper als perfekter Ersatz für biologische Systeme: Eben war es noch Science-Fiction, nun erscheint es als absehbare Realität (in ca. 100 Jahren). Eine weitere Rolle spielen die Herbstblätter, fallend in Zeitlupe. Sie tragen ihren ganzen symbolischen Wert zum Text hinzu, vom Vergehen der Zeit, vielleicht bis hin zur Vergänglichkeit selbst.

 

 

 

 

 

 

 

 

 



Der Laborant 01 ist ein Klangerzeuger der Marke Eigenbau. Er dient im Video auch als Kunstobjekt und Referenz einer technischen Dimension. Jede fortgeschrittene Technologie ist von Magie nicht mehr zu unterscheiden, wer Synthesizer bedient, kann das nachempfinden. Er ist das zentrale Symbol für die Magie der Musik.

 

Damit Raum für die Fantasie bleibt, hat das Video keinen gegenständlichen Hintergrund, er ist weiß oder schwarz. Rot als dominierende Farbe. (Wer das Logo von Tonchirurgie kennt, weiß: Schwarz, Weiß und Rot, das ist Tonchirurgie, also hier im Video mal ganz konsequent!)

 

 

 

 

 


“Miracle“

 

 

 

 


Was ist Inhalt des mystischen Videos in Bezug auf unsichtbare Mächte?


Prof. Dr. Morpheus: „Es gibt Wissenschaften und die dazugehörigen Pseudo-Wissenschaften. Psychologie und Parapsychologie, Medizin und Homöopathie, Astronomie und Astrologie usw., die sich ergänzen, sich ähneln und auch widersprechen. Von diesem Spalt zwischen den Disziplinen handelt der Song.


Das Video zeigt eine mystische Reise und wir werden Zeuge einer geheimen Gesellschaft, die den Geist ihres Verstorbenen herbeiruft. Paranormale Phänomene, verfluchte Häuser, übernormale Fähigkeiten und Geschehnisse. Und zwischendurch immer wieder die Frage, ob man glaube es sei real. Die Wissenschaft hat auch Erklärungen. Sind wir Opfer der Einbildungskraft, der eigenen Fantasie oder steuern uns unsere Ängste?

 

Schicksale, Autobiographien, geschichtliche Wurzeln, Traditionen, Bräuche, Krankheiten, seelische Zustände, Biochemie, Persönlichkeit, Geister, um nur einige Dimensionen zu nennen, ergeben eine undurchschaubare Brühe. Es stellen sich die Fragen: Was können wir wirklich wissen? Was wollen wir glauben? Was ist die Realität?

 

 

 

 


Welche Überlegungen standen hinter der optischen Umsetzung des Videos?

 

Frau Dr. Glühfinger: Zunächst standen die Überlegungen an, wie wir unseren Song visualisieren könnten. So kamen wir schnell auf die Idee, mystische Kunstwerke zu bemühen und fragten bei verschiedenen Künstler*innen an.


Bald freuten wir uns dann über die Kooperationen für dieses Video mit zwei Künstlerinnen und zwei Künstlern aus unterschiedlichen Bereichen, die den Inhalt des Songs mit ihren Kunstwerken atmosphärisch untermalten. Rund wurde das Video durch die Idee alles durch eine Glaskugel, die von zwei Frauenhänden gehalten wird, zu sehen. Manche Bilder sind dadurch zusätzlich verzerrt und noch schräger als im Original. 

 

André Kahlke agiert seit ca. 2010 unter dem Label „Phonepunk“ http://phonepunk.de/ vornehmlich in der Steampunkszene als Darstellender Künstler. In seinem Ausstellungskonzept „Machina Nostalgica“ http://machina-nostalgica.de/ verbindet er diverse Künstler der Szene zu teilweise interaktiven Ausstellungen und Werkschauen. In der Hauptsache geht es darum Menschen wieder zum Querdenken und Träumen in einer Welt, die dafür nicht mehr gemacht zu sein scheint, zu bewegen. In den Werken spiegeln sich vornehmlich Lichtsymbolik und Kommunikation wieder. Sie haben ihre eigene magische Kraft und sind für „Miracle“ deshalb wie geschaffen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 



Krisstine Bento Monteiro ist Eventmanagerin und Künstlerin. Sie macht unter dem Namen Aristokrass https://www.aristokrass.com/ seit 25 Jahren Text, Digitalkunst, Fotografie, Videokunst, Performance und Installation. Wie in der Popmusik die Kultur, so erschafft sie durch Fotografie, Grafikdesign, Kunst und Musik neue Trends und Subkultur. Ihr Style dient dabei als Werkzeug für eine neu erfundene Identitätsbildung.

Wir bekamen von ihr stimmungsvolle Fotografien für das Video. Hier geht es zu ihrer Facebookseite

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



Justell Vonk hat unter dem Künstlerlabel Justell Vonk Art https://www.facebook.com/JustellVonkArt detailreiche Tuschezeichnungen zum Video beigesteuert. Inspiriert durch Folklore, Fantasie und die Menschheit an sich kreiert sie surreale und dunkle Zeichnungen, in denen sich Magie und mystische Momente aus Märchen mit groteskem Humor mischen. Ein bisschen erinnern ihre bizarren Zeichnungen in ihrer Brutalität und Verstörtheit an Alice im Wunderland, sie haben aber auch ihren ganz eigenen, besonderen Ausdruck.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Auch Prof Dr. Morpheus steuerte unter dem Label Morpheusart http://morpheusart.de/ ein paar seiner Airbrushwerke bei. Er selbst ist fasziniert von organischen Strukturen; gern mischt er diese mit technoiden Anteilen, was teilweise zu sehr krassen Bildern führt. Es eint sie, dass sie oft surreal und fantastisch und gleichzeitig düster sind. Die Airbrushtechnik lässt sie häufig real und räumlich erscheinen.

 

Diese Bilder sind die perfekte Ergänzung, die für das Video „Miracle“ benötigt wurden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



Abgerundet wird das surreale Musikvideo durch von Frau Dr. Glühfinger selbstaufgenommene Foto- und Videokunst. Sie liebt die Magie und die Natur und fragt sich manchmal: „Hat die Natur selbst nicht die größte Magie überhaupt?

 

 

 

Frau Dr. Glühfinger: Ich liebe die Geräusche, die vermeintliche Ruhe und den Krach der Natur. Die Natur fasziniert mich auf besondere Weise, deswegen ist ein weiteres Hobby von mir die Naturfotografie. Einige von euch kennen bestimmt unser Video „Wintersun“, auch hierfür habe ich die Fotos in Schleswig-Holstein aufgenommen. Einige meiner Naturfotografien sind auch in dem Video Miracle zu sehen.

 

 

 

 

 

 


Viel Spaß nun mit den beiden Videos und in Teil 3 („Mimikry“) treffen wir wieder auf besondere Geschichten von Tonchirurgie….

 

 

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