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1. – 3. 08.2019

 

"Schaurig schöne Geburtstagsfeier mit den Helsinki Vampires"


Artist: The 69 Eyes
Genre: Goth Rock
Label: Nuclear Blast Records
VÖ: 13.09.2019
Geschrieben von Sonja
Ausgabe November 2019

 

 

 

30 Jahre und kein bisschen leise, wir hätten von den Helsinki Vampires auch gar nicht erwartet, dass sie musikalisch zu ruhigeren Tönen greifen. Mit “Two Horns Up“ beginnt die schaurig schöne Geburtstagsparty nämlich in typischer The 69 Eyes Manier, meint man zunächst. Doch schnell spürt man, hier ist etwas anders.  Düsterer als der Vorgänger stimmen Kirchenglocken und Orgel auf ein waschechtes Horrorszenario ein. Ähnlich morbide sind auch die gewählten Themen, doch dazu später mehr. Denn noch etwas lässt die Fans spätestens ab Strophe 2 aufhorchen. Zum Bandjubiläum haben sich The 69 Eyes einige Hochkaräter als Gastkünstler gegönnt. Den Auftakt macht Dani Filth von Cradle of Filth. Zu einem echten Duett zwischen Jyrki 69 und Dani Filth kommt es aber nicht wirklich. Als Gast hält er sich vornehm im Hintergrund gegrowled wird eher nicht aber sein typisches Screaming bricht gegen Ende aus ihm heraus.

 

30 Jahre gemeinsam als Band überstanden, da ist auch mal Zeit ein wenig zurückzublicken und längst verstorbenen Musikerkollegen zu gedenken. Ein wenig morbid aber gleichzeitig schön eingängig, erinnert “27 & Gone“ an Musiklegenden wie Kurt Cobain, Jimi Hendrix, Janis Joplin aber auch an eine neuzeitliche Amy Winehouse. Der Song ist eine Gradwanderung zwischen der Freude, selbst nicht diesem Club anzugehören und der Melancholie, dass diese Künstler nicht mehr unter uns weilen. Klavierlastig geht es mit den Stücken “Black Orchid“ und “Change“ weiter. Während ersteres ein wenig an 80iger Glamrock-Zeiten erinnert, wird es mit “Change“ poppiger. Das kann man mögen, muss man aber nicht und wird eventuell direkt zu “Burn Witch Burn“ weiterskippen. Deutlich rockiger und 69 Eyes typischer wird hier wieder ordentlich gerockt aber leider mit angezogener Handbremse. Irgendwie will die Kraft des Openers nicht wieder durchbrechen. Der Song ist durchaus solide und macht Spaß, es fehlt nur das gewisse etwas. “Cheyenna“ ist dann zwar kein inhaltliches Meisterwerk aber es ist so eingängig, dass es eine Mitgröllgarantie liefert. Man muss die Rockmusik auch einfach mal abfeiern können, spätestens beim Gitarren-Solo ist das Rock 'n Roll Herz hin und weg.

 

Bei einer echten Horrorparty darf natürlich Wes Craven nicht fehlen, oder? Mit “The Last House On The Left“ gelang dem Filmregisseur 1972 der Durchbruch. Genau diese Thematik haben die Helsinki Vampire in ihrem 7. Song aufgegriffen. Und das Stück hat es in sich. Nicht nur, dass es ordentlich Tempo hat und deutlich in Richtung Horror Punk abdriftet. Nein, es gibt noch eine weitere Überraschung in Form der nächsten Gastkünstler. So trifft man bei “The Last House On The Left“ zunächst auf den amerikanische Glam Metal und Horror Punk Musiker Wednesday 13. Doch damit nicht genug auch Alice Cooper Tochter Calico Cooper reiht sich in die Riege der Gastsänger mit ein. Das Ergebnis ist ein richtig fetter Horror Punk Song und als Zuhörer fragt man sich, wird es künftig mehr in diese Richtung von den 69 Eyes geben.

 

Leider flacht “West End“ mit den folgenden beiden Stücken wieder merklich ab. Die Party kommt praktisch ein wenig ins Stocken. Dafür bieten die beiden abschließenden Songs wieder überraschendes. Nach dem Ausflug in den Horror Punk, geht es mit “Be Here Now“ in indische Klangegefilde. Nun ja, Goa beinhaltet ja auch Elemente der Rockmusik, warum nicht in einem Rocksong sich ebenfalls in diesen Klanggefilden zu bedienen. Wer nun denkt, er habe es hier mit einem opiumgeschwängerten Happy-Song zu tun, der liegt deutlich falsch. Die dunklen Bässe sorgen für die düster-rockige Stimmung und spannenden den Bogen zum Opener. Mit m liefern The 69 Eyes nochmal einen echten Knaller zum Schluß. Die ersten Klänge stellen bereits die Nackenhaare hoch. Dieser Instrumentalpart hat etwas episches an sich und bleibt den ganzen Song über gewaltig im Hintergrund spürbar. Eine echte Gänsehautballade also. Schade, dass damit “West End“ auch schon seinen Abschluss gefunden hat.

 

Man hätte sich mehr Songs wie “Two Horns Up“, “The Last House On The Left“, “Be Here Now“ und “Hell Has No Mercy“ gewünscht aber wie es nun mal auf so ziemlich jeder Party ist, es gibt auch mal kurze Durststrecken. Die kann man auf der aktuellen Scheibe der Helsinki Vampires auch gut aushalten, denn insgesamt hinterlässt das Album einen positiven und teilweise überraschenden Eindruck.

 

Auf der im November 2019 startenden Tour wird man sich auch von der Live-Qualität der neuen Songs überzeugen können. “Cheyenna“ wird unter Garantie auf der Setliste stehen.

 

 

 

 

 

 


Tracklist:

01. Two Horns Up
02. 27 & Done
03. Black Orchid
04. Change
05. Burn Witch Burn
06. Cheyenna
07. The Last House On The Left
08. Death & Desire
09. Outsiders

10. Be Here Now
11. Hell Has No Mercy

 

 

 


The 69 Eyes – West End Tour 2019 (Deutschlanddaten)

02.11.2019 Leipzig – Moritzbastei
03.11.2019 Berlin – SO36
05.11.2019 Hamburg – Logo
06.11.2019 Köln – Essigfabrik
07.11.2019 Stuttgart - Wizemann Club
08.11.2019 München – Backstage
19.11.2019 Trier – Mergener Hof
23.11.2019 Oberhausen – Kulttempel
24.11.2019 Frankfurt/Main – Zoom

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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