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2 Reviews - 2 Meinungen - Pro und Contra 


Artist: Mono Inc
Genre: Alternative Rock, Dark Rock
Label: Nocut
VÖ: 26. Juli 2018
Geschrieben von Friedhelm Zurawski
Ausgabe September 2018

 

 

Zum zehnten Mal bringen MONO INC ein Studioalbum auf den Markt. „WELCOME TO HELL“ kommt in Form eines Konzeptalbums als Doppel CD daher und ist im Jahre 1712 in Hamburg zur Zeit der Pest angesiedelt. Die Zeit des späten Barocks. Doch musikalisch hat das mit dem Album nichts zu tun, sondern es folgt stilistisch mehr dem Vorgängeralbum „TOGETHER TILL THE END“.


Wieder sind orchestrale Arrangements im Spiel, die mit ihrem Zusammenwirken von Musik, Texten und Gesang beim Hören ganz große Emotionen auslösen. MONO INC gelingt es scheinbar spielend den Inhalt und die Atmosphäre der Tracks an den Hörer zu vermitteln.
Die Interpretation der Texte gibt dem Zuhörer zugleich die Möglichkeit viele der Texte auf das aktuelle Zeitgeschehen zu transportieren, obwohl das Werk ja eigentlich in einer längst vergangenen Zeit spielt.

 

 

 

 

 

Doch ist es eigentlich egal wie die Texte den Zuhörer bewegen, wichtig ist das die Tracks berühren. Dass sie dies tun, liegt daran das das Album soundtechnisch opulent und bombastisch in Szene gesetzt wurde. Das Werk gewinnt weiter an Intensität durch die dichte Produktion und die Epik.
„WELCOME TO HELL“ kommt mit einer dunklen, teils melancholischen Stimmung daher, die aber auch hoffnungsvolle Phasen hat.

 

Bei all dem erkennt man aber immer die typischen Elemente von MONO INC. Der Titeltrack reißt mit und prescht voran, dass es von Eingängigkeit nur so strotzt. Ihm folgen eingängige Songs wie „LONG LIVE DEATH“, das schwermütige „RISK IT ALL“ oder „FUNERAL SONG“ die sich schnell im Ohr festsetzten. Doch auch die ruhigen Tracks überzeugen, wie das auf den Gesang konzentrierte „UNCONDITIONALLY“. Ein fast schon im Symphonic Metal anzusiedelnder Song ist „REIGN OF RATS“, der mit seiner sanften weiblichen Gesangsstimme einen in seinen Bann schlägt, bevor ein prägender und opulenter Refrain einsetzt.


Einen neuen Akzent im Repertoire von MONO INC setzt die teilweise verzerrte Stimme von Martin Engler, womit auch im zehnten Album etwas Neues gewagt wird.

 

 

 



Disk 1
1. The Heart of the Raven 3:58
2. Welcome to Hell 4:22
3. Long Live Death 3:45
4. Risk It All 5:37
5. Flies 4:12
6. Under a Coal Black Sun 4:29
7. A Vagabond's Life 4:12
8. Funeral Song 4:32
9. Reign of Rats 4:08
10. Unconditionally 3:44
11. When the Raven Dies Tonight 5:03


Disk 2
1. The Heart of the Raven (Classic Version) 4:32
2. Welcome to Hell (Classic Version) 3:47
3. Long Live Death (Classic Version) 3:28
4. Risk It All (Classic Version) 4:18
5. Flies (Classic Version) 3:18
6. Under a Coal Black Sun (Classic Version) 3:40
7. A Vagabond's Life (Classic Version) 4:26
8. Funeral Song (Classic Version) 3:50
9. Reign of Rats (Classic Version) 3:16
10. When the Raven Dies Tonight (Classic Version) 4:30

 


 

 

 

 

 

Geschrieben von Luna ^v^
Ausgabe September 2018

 

 

Ich sage es gleich: ICH BIN KEIN MONO INC. FAN. Ich kann der Band nicht viel abgewinnen, ihre Thematik und Art der Musik spricht mich nicht wirklich an. Außer „Gothic Queen“, „Sinfonie Of Pain“ und „Children Of The Dark“ ist mir auch nichts im Ohr bzw. Hirn hängengeblieben. Alles andere ist eher eine Hintergrundmusik, die alleine durch die charakteristische Stimme des Sängers (ich merke mir nicht mal seinen Namen) geprägt ist, und ein netter Chat mit einem der Bandmitglieder (leider ist der Name auch aus meinem Hirn verschwunden) geblieben ist. Ich finde, Mono Inc. bauen ihre Songs immer gleich auf (knödelndes Englisch und immer das (ahhhaaahaaaahaaahaaaa der Schlagzeugerin (?)) und das ist mir ein wenig zu langweilig. Okay, das mögen auch andere zum Thema “Metal“ sagen, aber da fühle ich mich einfach wohler.

 

Warum rezensiere ich das also? Weil ich auch mal über meinen Tellerrand gucken will und durchaus auch ungeliebten Bands eine Chance geben will. Legen wir also los und schmeißen die Scheibe in den Player. Neugierig hat mich natürlich auch der Einfluß von Eric Fish gemacht, dessen Band Subway To Sally schon seit Jahren immer wieder saubere Musik abliefert, die in meinen Player findet.

 

Und dieser Einfluß ist auch gut zu hören (wie auch die Zusammenarbeit mit Chris Harms von LOTL für mich sehr ohrgefällig wurde). Nach dem zweiten angewählten Titel allerdings warf mich mein Mediaplayer aus der Bahn und maulte, die Medienbibliothek sei beschädigt. Na gut, Neustart und weiter hören. Grummel.

 

Ich habe auch immer im Wechsel die „Klassik“ bzw. Akustik- Version mit der fetzigeren angehört. Beides hat etwas. Klar, nur mit Piano klingt es viel ruhiger und entspannender und hat auch eher etwas intimeres. Die Melodien kommen dabei auch etwas prägnanter heraus, wenngleich das Material eher “roher“ und unverfälschter wirkt.

 

Insgesamt wirkt das Album aber sehr stimmig auf die „Pestthematik“. Ein melancholischer Klang setzt sich in allen Titeln durch und paßt so gar nicht in die derzeitige hitzige Wetterlage. (Aber sehr gut zu meinen Zahnschmerzen ;) ).

 

Ein wirklicher Ohrwurm für mich ist leider wieder nicht dabei, aber mal was musikalisch leichtes für Zwischendurch ist aber auch nicht schlecht. Und Mono Inc. lieferte wieder ab, was Mono Inc. kann: auf solides Fundament ein Gebäude errichten, das sich bewährt hat. Den in einem Interview angesprochenen moralischen Fingerzeig bezogen auf die heutige Zeit konnte ich aber nicht finden, dazu hätte ich vielleicht die Texte im Detail lesen müssen (und die lagen leider in meiner Downloadversion nicht bei). In der kleinen PDF werden die Songs jedoch angerissen. So erfährt der Zuhörer, daß es um Leben und Tod gegen eine Übermacht geht und die Hamburger Bürger damals nur noch mit einem Flammenmeer reagieren konnten. Selbst die Pestdoktoren konnten nicht das Unglück abwenden und infizierten sich selber. Am Ende ist auch der „Rabe“ aus dessen Sicht dieses Album erzählt, nicht immun gegen die Pest und er stirbt vereinsamt in seiner Hütte.

 

Was könnte uns das nun sagen? Leute, laßt euch gegen Seuchen impfen? Wenn nichts mehr hilft, fackelt alles ab? Seid nicht arrogant, wenn ihr euch Spezialisten nennt, auch bei euch kann die Pest grassieren? Nun, das müssen andere beantworten und auch jeder für sich muß das herausziehen, was für ihn stimmig ist. Thematisch ist das wirklich ein breit gefächertes Spektrum, das Mono Inc. hier bieten und so überlasse ich euch nun euren ureigenen Gedanken und Schlußfolgerungen.

 

Auch wenn es (als Fazit) nun nicht unbedingt mein Geschmack an Musik ist, kann ich mich mit dem Album anfreunden und werde es mit Sicherheit öfters mal anhören. Da ich auch endlich mal mehr als „Aaaahhhhaaaaahaaa“ der Schlagzeugerin gehört habe. Sollte Mono Inc. beibehalten und die Dame öfters ans Mikro lassen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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